Archiv der Kategorie 'me, myself and i'

Retrospektive WE

Donnerstag, Wolken über Berlin. Ab und zu regnet es, naja, auch egal wat muss dat muss. Kunstvoll noch die letzte Füllung Nahrung inhaliert(Nudeln und Olivenpaste) und los ging es. Vorverlegter Startpunkt Camp4 U-Bhf. Schillingstraße. Drei Packungen Energienotreserve und schon wird meinem 12kilo schweres Stahlross die Sporen in die Seiten geprescht. Alexanderplatz. Citywest. Irgendwie das erst beste Schild nach Zehlendorf abpassen. Verdammt Ampelphase Rot verkümmert die Unternehmung zu einem einstündigen Stop-and-go Abenteuer. Schlechte mit Baumwurzeln untergrabene Asphaltwege maltertieren meinen Rücken additional auch mit Resonanz meiner miserabelen Sattelfederung. Schmerzen im Lendenwirbelbereich. Nach dem Verlassens Berlins auf dem Teltower Damm endlich Landstraße, beleidigenderweise gefüllt mit Landprollos, die ihre tiefer gelegten VW-Golfs in einer Korsocompetition versuchen möglichst nahe, aber immernoch unfallfrei an mir vorbei zu lotsen. Kleinmachnow. Stahnsdorf. Güterfelde. Philippsthal. Eine richtige Radwanderkarte ist dem Internetpuzzel zu bevorzugen.


Saarmund. Tremsdorf. Oh was liegt da am Wegesrand. Es erfüllt mich zu tiefst mit Scham, dass ich bedingt durch Imagekampagnen ala „3 Tiefkühlbabies – der Neubrandenburghorror“ dreimal hingucken muss um sicherzugehen, dass die im Straßengraben liegenden Kleidungsreste nicht ein Säugling beherbergen. Fresdorf. Der einfallsreichtum der ortsbennung kennt keine grenzen. Stücken. Zauschwitz. Rieben. Der moderne Pauperismus erzwingt das Land/ ganz unverblümt zur menschensleere/ gedanken führn zur imaginären schand/ den Penis zu lüften wie die galion der galeere//. Dobbrikow. Nettgendorf. Züllichendorf. Kurz Pause in der Bushalte und der erste „Menschen“kontakt. Eine Frau schleift ihr Kind aus der Schule, erblickt mich und bleibt stehen. Sie mustert mich über zehn Sekunden. Vielleicht sollte ich um ihre Symphatie zu erwecken sie mit einem freundlichen provinztypischen „sieg heil“ begrüßen. Nein. Kemnitz. Ahhh schreckliche Assoziationen. Bardenitz. Klausdorf. Malterhausen. Jedes Ortsausgansschild verkündet weitere 10 Kilometer. Und wieder und wieder. Meine Beine werden schwer und das Kettenquitschen entwickelt sich zum Säbelraseln. Scheiße nächstesmal schmieren. 90 Kilometer. Schnauf. Niedergörsdorf. Gölsdorf. Seyda. Ihhh Regen ich verkrich mich lieber in die Bushalte. Der Blick auf die Karte offenbart Schrecken. Die Elbfähre macht um 21uhr zu. Verdammt rein in den regen. Nach einer viertel Stunde und den Ortsschildern von Schadewalde und Gentha ist der Rost meiner Kette gelöst und meine Kleidung durchnässt. Das Wasser läuft von der Regenjacke direkt in den Hosenbund, so das sich auch langsam mein Tshirt voll Wasser saugt.Ruhlsdorf. Rhain. Schützberg. Klöden. Fähre noch pünktlich erreicht. Der Fährmann, namentlich Mirco, spendiert mir die kurze Fahr und empfiehlt mir eine Pension im nächsten Ort, die Worte der Demütigung über seinen Schnauzer und den PinupKalender in seiner Kajute spar ich mir halber. Pension. Gasthof. Schlaf. Grausiger Weckton illuminiert, dass ich mich die letzten vier monate nicht zwanghaft wecken musste. Pro versus Contra ausgeglichen. Aber leider gibt es den Gefühlszustand neutral nicht. Nach dem Frühstück geht es weiter noch 50 Kilometer. Alles tut weh. Die Achillessehne so sehr das ich gezwungen bin Aspirin zu schlucken um überhaupt noch vorwärts zukommen. Tretten. Tretten. Juhu bergrunter rollen. großes ortsschild ziel erreicht. Heil dir, reich der heimat, saxonia. Perle des Ostens, Leipzig.
200 Kilometer. 11 Stunden Fahrtzeit mit Pause, viel Pause. 18km/h durchschnitt. Und mein Abenteuergeist ist geweckt. AUF. AUF. FLUCHT IN DIE FERNE!

Phobiotischer Linksrechtsdreh, …

der sich jedesmal spätestens beim versuch einzuschlafen in einer verinnerlichten karusselfahrt zeigt, führt denn in seiner toxischen konsequenz dazu mich am nächsten erwachen nur noch weniger rezeptorischen fähigkeiten behaupten zu können. glücklich schätze ich mich aber trotzdem noch so lange ich dieses, sich nur in relation mit dem normalen fühlbare, erfahre. angst entsteht vor dem moment des verschwimmens der grenzen bis hin zum fristlosen dasein als sabbernder goldkrone-zombie.

und um mal wieder ein wenig inneren monolog preiszugeben:
der auf den auspruch „das sein bestimmt das bewusstsein“ benutzte umkehrschluss würde meiner logik1 nach das ganze auf „das bewusstseins bestimmt das sein“ umwerfen. wobei die beiden thesen so gegenseitig ausschließend sind möchte ich es als gegben sehen um dann weiter auf die ebene einzelner eigenschaften zu kommen und großkotzig den heiligen kampfruf der appd „dumm aber glücklich“ endgültig auf „glücklich aber dumm“ umzupostulieren und damit mein sein erträglich zu machen.
welch unausführlicher schwachsinn… als würde mensch mit der simplen frage „Warum?“ zum philosophieren gekürt… ja bitte… ich hoffe irgendwann mal feststellen zu können, das der weg von digitaler autoaggression richtig war.

  1. laut richtiger logik eher „kein sein bestimmt kein bewusstsein“. aber irgendwie wollte ich nett formuliert den inhalt umdrehen. [zurück]

decimus Aprilis…

Cui dolet, meminit.

Treffend formuliert hat es Chuck Palahniuk und glücklicherweise ist Imagination stärker als die wahrhaftigen Manifestation meiner einzelnen Körperorgane und deren Fähigkeiten. Ich bin Turbos rachsüchtige Galle. Ich bin sein komaziöse Hormonauschüttung.Ich bin seine sich der Realität entfremdende Selbstwahrnehmung. Ich bin sein kalter Schweiß, der ihn nach vier Stunde Schlaf ins Wachsein rückführt.

Doch bevor sich jemand erbarmt freud’sche Traumdeutung bei mir zu leben:
Analyze This
unicorn
-telepolis

Bum schakalaka

1,2,3 viele wege fürn nach rom…
Als eines Tages darüber seniert wurde, warum Lesben im normalen so begehrenswert erscheinen, antwortete der Soziologe links von mir, kurz und pregnant, weil sie unerreichbare Liebe und Zuneigung vermitteln, die sie nicht ohne äußerlichen Zwang dem inhomogenen Anderen zukommen lassen. Abstrahiert und wieder abgeleitet, wörtlich auf ein anderes Phänomen projiziert, entschlüsselt sich mein täglich Denken. Der Mechanismus Anwendung folgt vieler Orts, vermeindlich unterbewusst, deswegen mein mahnender Finger eher in den Untiefen meiner Mundhöhle Muskelfasern undefinierten Dönertiers erfühlt als wild vor Menschen rumfuchtelt. Doch zum Philanthrop werde ich so nicht.

und morgen das „Konstrukt: Sprache“ oder „warum ich adorno nicht lesen vermag und trotzdem narzistisch bin“