Archiv der Kategorie 'reflektor lvl. 14'

Retrospektive WE

Donnerstag, Wolken über Berlin. Ab und zu regnet es, naja, auch egal wat muss dat muss. Kunstvoll noch die letzte Füllung Nahrung inhaliert(Nudeln und Olivenpaste) und los ging es. Vorverlegter Startpunkt Camp4 U-Bhf. Schillingstraße. Drei Packungen Energienotreserve und schon wird meinem 12kilo schweres Stahlross die Sporen in die Seiten geprescht. Alexanderplatz. Citywest. Irgendwie das erst beste Schild nach Zehlendorf abpassen. Verdammt Ampelphase Rot verkümmert die Unternehmung zu einem einstündigen Stop-and-go Abenteuer. Schlechte mit Baumwurzeln untergrabene Asphaltwege maltertieren meinen Rücken additional auch mit Resonanz meiner miserabelen Sattelfederung. Schmerzen im Lendenwirbelbereich. Nach dem Verlassens Berlins auf dem Teltower Damm endlich Landstraße, beleidigenderweise gefüllt mit Landprollos, die ihre tiefer gelegten VW-Golfs in einer Korsocompetition versuchen möglichst nahe, aber immernoch unfallfrei an mir vorbei zu lotsen. Kleinmachnow. Stahnsdorf. Güterfelde. Philippsthal. Eine richtige Radwanderkarte ist dem Internetpuzzel zu bevorzugen.


Saarmund. Tremsdorf. Oh was liegt da am Wegesrand. Es erfüllt mich zu tiefst mit Scham, dass ich bedingt durch Imagekampagnen ala „3 Tiefkühlbabies – der Neubrandenburghorror“ dreimal hingucken muss um sicherzugehen, dass die im Straßengraben liegenden Kleidungsreste nicht ein Säugling beherbergen. Fresdorf. Der einfallsreichtum der ortsbennung kennt keine grenzen. Stücken. Zauschwitz. Rieben. Der moderne Pauperismus erzwingt das Land/ ganz unverblümt zur menschensleere/ gedanken führn zur imaginären schand/ den Penis zu lüften wie die galion der galeere//. Dobbrikow. Nettgendorf. Züllichendorf. Kurz Pause in der Bushalte und der erste „Menschen“kontakt. Eine Frau schleift ihr Kind aus der Schule, erblickt mich und bleibt stehen. Sie mustert mich über zehn Sekunden. Vielleicht sollte ich um ihre Symphatie zu erwecken sie mit einem freundlichen provinztypischen „sieg heil“ begrüßen. Nein. Kemnitz. Ahhh schreckliche Assoziationen. Bardenitz. Klausdorf. Malterhausen. Jedes Ortsausgansschild verkündet weitere 10 Kilometer. Und wieder und wieder. Meine Beine werden schwer und das Kettenquitschen entwickelt sich zum Säbelraseln. Scheiße nächstesmal schmieren. 90 Kilometer. Schnauf. Niedergörsdorf. Gölsdorf. Seyda. Ihhh Regen ich verkrich mich lieber in die Bushalte. Der Blick auf die Karte offenbart Schrecken. Die Elbfähre macht um 21uhr zu. Verdammt rein in den regen. Nach einer viertel Stunde und den Ortsschildern von Schadewalde und Gentha ist der Rost meiner Kette gelöst und meine Kleidung durchnässt. Das Wasser läuft von der Regenjacke direkt in den Hosenbund, so das sich auch langsam mein Tshirt voll Wasser saugt.Ruhlsdorf. Rhain. Schützberg. Klöden. Fähre noch pünktlich erreicht. Der Fährmann, namentlich Mirco, spendiert mir die kurze Fahr und empfiehlt mir eine Pension im nächsten Ort, die Worte der Demütigung über seinen Schnauzer und den PinupKalender in seiner Kajute spar ich mir halber. Pension. Gasthof. Schlaf. Grausiger Weckton illuminiert, dass ich mich die letzten vier monate nicht zwanghaft wecken musste. Pro versus Contra ausgeglichen. Aber leider gibt es den Gefühlszustand neutral nicht. Nach dem Frühstück geht es weiter noch 50 Kilometer. Alles tut weh. Die Achillessehne so sehr das ich gezwungen bin Aspirin zu schlucken um überhaupt noch vorwärts zukommen. Tretten. Tretten. Juhu bergrunter rollen. großes ortsschild ziel erreicht. Heil dir, reich der heimat, saxonia. Perle des Ostens, Leipzig.
200 Kilometer. 11 Stunden Fahrtzeit mit Pause, viel Pause. 18km/h durchschnitt. Und mein Abenteuergeist ist geweckt. AUF. AUF. FLUCHT IN DIE FERNE!

Bum schakalaka

1,2,3 viele wege fürn nach rom…
Als eines Tages darüber seniert wurde, warum Lesben im normalen so begehrenswert erscheinen, antwortete der Soziologe links von mir, kurz und pregnant, weil sie unerreichbare Liebe und Zuneigung vermitteln, die sie nicht ohne äußerlichen Zwang dem inhomogenen Anderen zukommen lassen. Abstrahiert und wieder abgeleitet, wörtlich auf ein anderes Phänomen projiziert, entschlüsselt sich mein täglich Denken. Der Mechanismus Anwendung folgt vieler Orts, vermeindlich unterbewusst, deswegen mein mahnender Finger eher in den Untiefen meiner Mundhöhle Muskelfasern undefinierten Dönertiers erfühlt als wild vor Menschen rumfuchtelt. Doch zum Philanthrop werde ich so nicht.

und morgen das „Konstrukt: Sprache“ oder „warum ich adorno nicht lesen vermag und trotzdem narzistisch bin“

Dum spiro, spero.

Erwacht. Lebensmutig verschlafen, Müsli gefüllt lesend.
Die Umwelt rezipieren halb stündlich im rss-feed-side-bar.

Scheu vor der Resonanz, doch nur Handeln ist wirklich.
Auf der ewigen Suche nach Zitierbarkeit……
Mir meine Krise ist die Ohnmacht der Artikulation.

„deutschland, deutschland!“ integrationsgeile immigranten zeigten mir auf ganz eigene art wie unfähig ich der kritik an den verhältnissen bin… und wie fähig ich derlei wiedergabe sein kann.

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www.spiegel.de/video/video-31912.html < frage an das souverän: ist das, das, was diese, nennen wir sie mal charlottenburger, jugendlichen gerade so machen?

In Verdrängung der Tatsache…

… fast eine oben-ohne-bar besucht zu haben, denn aber wieder nach dem anblick schockiert und eingeschüchtert zurückgewichen zu sein, hoffe ich doch zuzüglich sehnsüchtig noch Verjährung solcher Taten. Doch um mein Gewissen zu besänftigen kann ich , wenn auch nur im inneren Monolog, von anderen edeleren Handlungen zerren. Grundsätzlich ist ein zu reduzierender Alkoholkonsum wohl das Effizienteste um sich der gesellschaftlichen Mitte gauß’scher Normalverteilung zu nähern.

-Held seiner Klasse Turbo… ROTFRONT

Nachtragenderweise ist in Erwähnung zu bringen, dass dies eher krampfende Sehnsüchte nach Aufmerksamkeit sind und nur in Essenzen, nicht und wenn nur geringfügig ansatzweise der Wahrheit entspricht.

Adorno meinte, die deprivierten Subjekte, die selbst nicht mehr zu leben fühlen, würden wie die Kinder hinter der mehrstimmigen Musik, in der das Wir als Apriori ihres eigenen Sinnes gesetzt ist, herlaufen, weil sie suchen nach der Illusion, irgendwo dabei zu sein, wo sie vermeinen, es lebten die anderen.

Dux meinte, dass es vier anthropologische Determinanten gibt und deren Erfüllung „glücklich sein“ mit sich zieht. Sexualität, Intimität, Identität und ökonomische Versorgung. Soziale Interdependenz mit Erwartungserfüllung zu tun hat und umso weniger Erwartungen, die an einen selbst adressiert sind umso geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Erwartungen die man selber sendet erfüllt werden. So sollte es zumindest sein.

Letztendlich ist noch die Meinung von Sabine Hark erwähnenswert. Normierung als herrschaftlicher Moment subjektiver Unfreiheit.

Hilft mir aber nur bedingt weiter… bin trotzdem traurig.

Peter Griffen jedoch vermag es geschickt auf die Konstellation „Gott – Teufel“ zu verweisen.

Make da world spinning around………..